Fränkischer Kabarettpreis

Arnstein

Fränkischer Kabarettpreis 2019

Finale am Samstag, 19.10.2019

Moderation: Podewitz (Gewinner des Fränkischen Kabarettpreises 2018)

Einlass: 18:30 Uhr - Beginn: 19:30 Uhr

mit

Foto: Julia Müller

Bumillo

Bumillo ist dort daheim, wo die Postleitzahlen mit 8 beginnen.

Groß geworden ist er auf dem Land, studiert hat er in der Stadt, und das alles verarbeitet er seit 2007 wortgewaltig und mit vollem Körpereinsatz auf der Bühne. Seine Bandbreite reicht dabei von Lyrik bis Stand-up, von Rap bis Kabarett und von albern bis politisch.
Er ist Moderator und Gastgeber diverser Kleinkunst- und Musikshows und Gründungsmitglied der Münchner Lesebühne „Die Rationalversammlung“.
Seine Auftritte mit dem Trio „PauL – Poesie aus Leidenschaft“ wurden mit zahlreichen Kabarettpreisen ausgezeichnet.
Vom Herbst 2014 bis zum Sommer 2017 war Bumillo mit seinem ersten Soloprogramm »VEIT CLUB« in Bayern auf Tour.
Das dazugehörige Studioalbum erschien auf dem Chiemgauer Plattenlabel „International Behemia“.
Im Bayerischen Fernsehen führte er von April 2016 bis Juli 2017 wöchentlich durch die halbstündige Kunst- und Literatursendung »SÜDLICHT«.
Im Januar 2018 findet im Münchner Lustspielhaus die Premiere seines zweiten Soloprogramms „Die Rutsche rauf“ statt.


Foto: Birgit Hart

Inka Meyer

Ein hochkomisches Plädoyer gegen den Wahnsinn der Schönheitsindustrie und für eine entspannte Weiblichkeit

Die Botschaft der Mode- und Kosmetikbranche ist klar: „Frauen, ihr lauft aus, werdet alt, seid zu fett und habt zu viele Haare.“ Um diesem Makel zu entgehen, klatschen sich schon Grundschülerinnen so viel Wimperntusche ins Gesicht, dass sie an der Schulbank sitzend vornüberkippen. Und der achtzigjährige Senior führt seine kanariengelbe Hippie-Jeans spazieren, dass man sich fragt: „Hat der Mann einen Schlag oder einen Anfall?“ Ist doch wahr. Vieles, was wir tragen, ist untragbar, erschreckt nur die Katze und regt die Nierenfunktion des Hundes an.

Das alles wird von den Modekonzernen gestickt eingefädelt, damit sich ihre Gucci-Taschen mit unserer Kohle füllen. Die Chemie in den Schuhen macht uns krank, durch die Ananas-Diät sind wir ungenießbar. Aber mit dem Weizengras-Smoothie in der Hand hetzen wir weiter jedem Beauty-Trend hinterher. Und am Ende sind wir schön. Schön blöd. Doch wenn wir an die neunjährige Näherin in Bangladesch denken, dann sollten wir eigentlich gar nicht mehr in den Spiegel schauen.

„Der Teufel trägt Parka“ – das neue Kabarettprogramm von Inka Meyer: witzig, relevant und brillant recherchiert. Und dieses satirische Schmuckstück begeistert natürlich auch die Herren der Schöpfung. Denn für die Männer gilt genauso: „Schlägt der Arsch auch Falten, wir bleiben stets die Alten.“ Außerdem wird hier endlich Adams uralte Frage geklärt: „Was treibt diese Frau eigentlich so lange im Bad?“

Schwarzwälder Bote: »Es war nicht nur die interessante Thematik, sondern auch die witzige, oft freche und rhetorisch geschliffene Sprache sowie ihr überzeugendes, schauspielerisch-komödiantisches Können, das die Besucher restlos begeisterte und immer wieder auf offener Szene applaudieren ließ.«

Süddeutsche Zeitung:
»Meyers Humor könnte demokratischer nicht sein: Er nimmt beide Geschlechter gleichermaßen aufs Korn und erzeugt dadurch eine Dynamik im Publikum, die sich durch den Abend zieht. Mal lacht die eine Hälfte mehr, mal die andere.«

Barmstedter Zeitung:
»Deftig und süffisant, dabei authentisch zu sein, sowie Tatsachen auszusprechen, ohne den Zeigefinder zu erheben – das gelang Meyer bestens.«

Hamburger Abendblatt:
»Die Atmosphäre in der Kulturschusterei ähnelte einem höchstvergnüglichen Mädelsabend mit Wein und Witz.«

Die Rheinpfalz:
»Inka Meyer findet spielerisch eine Balance zwischen Situationskomik, amüsanter Selbstreflexion und Gesellschaftskritik. Werbeversprechen in Hochglanzbroschüren entlarvt sie genauso wie modische Erwartungshaltungen.«


Martin Herrmann

Herrmann kommt am 18. November 1956 in Günzburg/Do. zur Welt, wird neun Jahre später während einer glücklichen Kindheit aus dem schwäbischen Krumbach ins badische Freiburg versetzt. Er startet sein Leben neu, als Künstler.

Im Abschlussstück der vierten Grundschulklasse an der Weiherhofschule Freiburg bekommt er eine Reserverolle als „Riese Wellewatz“. Drei Tage vor Aufführung erkrankt der Hauptdarsteller an Lampenfieber. Ersatzriese Herrmann kommt zum Einsatz. Obschon einer der Kleinsten im Ensemble, stürzt er sich mit Feuereifer in die Aufgabe, ein halber Riese, allerdings zum Ausgleich unterm Kittel mit diversen Kissen breiter gemacht. Bei der Schlußverbeugung erhält Herrmann stehende Ovationen, damit ihn das Publikum besser sehen kann. Zwischen 1968 – 72 gerät Herrmann in eine Pubertät, in deren Verlauf er die ersten Mountainbike-Rekorde im Rosskopfgebiet, sowie Zähringer Burg aufstellt. Die Narben sind heute noch vorhanden. Damals hiessen die Mountainbikes noch Mutti-Bikes, hatten 28-er Reifen, vorne eine Stempelbremse mit Reibwirkung auf den Mantel des Vorderrades, hinten Rücktrittbremse. Zur Eindämmung der Waldbrandgefahr wurde die glühende Hinterachse im Hochsommer auf natürliche Weise gelöscht. Der halbe Riese bleibt Lebensthema von Martin Herrmann.

Als er anno 1975 in der Unterprima am Keplergymnasium versehentlich den halben Riesen turnt – das ist eine Riesenfelge im Ristgriff vorlings rückwärts, auf halbem Wege abgebrochen – ermuntert ihn sein Lehrer zum Sportstudium. An der Uni Freiburg erfindet Martin Herrmann den nach ihm benannten „Herrmann-Kreisel“: Salto rückwärts mit halber Drehung bei permanentem Bodenkontakt. Herrmann absolviert auch noch das zweite Staatsexamen und kann in Folge des sog. Pillenknicks als fertiger Assessor des Lehramts für Sport und Biologie das bürgerliche Über-Ich abhaken, um sich ab 1986 im Münchener Kleinkunstunterholz den wichtigen Dingen des Lebens zu widmen: Ragtime-Fingerpicking, lustige Lieder. Allerdings muss eine Festanstellung als Nebenlehrer in München-Pasing (4Std. Di.nachmittags) überwunden werden (1990-1996) – aus Gewissensgründen. 1992 erscheint Herrmanns neues Lebensthema: Tochter Sophia. Herrmann erobert als Wickler und Windler das Mutter-Kind-Abteil im IC. Zunächst stark auf den klassischen witzigen Song konzentriert, arbeitet sich Herrmann zum standup-Wortmann hin, bis er bei seiner heutigen Mischform angelangt ist. Diese Form wechselt zwischen gereimten und vertonten Texten im Genre satirisches Kabarett und versetzt Herrmann in die Lage, ein Publikum mit unaufwendigen Mitteln einen Abend lang sehr kurzweilig in Schach zu halten. Troubadour Herrmann lebt als freier Kabarettist in ganz Deutschland, Rastplatz: Heidelberg. Wegen dem Berg.
Als Redakteur der zweiten Generation „Pardon“ während 2004 – 2008 mit Chefredakteur Bernd Zeller Forschungen zur Struktur des Komischen an sich durchgeführt. Die Achse Zeller-Herrmann blieb erhalten und erzeugt permanent Eruptionen hochgradigen Humors.