Fränkischer Kabarettpreis

Arnstein

Fränkischer Kabarettpreis 2019

3. Vorrunde am Mittwoch, 18.09.2019

Moderation: Markus Kapp  (Gewinner des Fränkischen Kabarettpreises 2017)

Einlass: 18:30 Uhr - Beginn: 19:30 Uhr

In dieser Musikkabarett-Runde treten folgende Künstler gegeneinander an:


Florian Wagner

Florian Wagner studierte an der Hochschule für Musik und Theater München Schulmusik und Gehörbildung. Er ist als Pianist, Sänger, Arrangeur, Komponist und Musikkabarettist tätig. 2015 war er Pianist der Tour-Version der Stage-Produktion von "Ich war noch niemals in New York", sowie 2016 von "Tanz der Vampire". Bei der Uraufführung des Musicals "Sarg niemals nie" in der Neuköllner Oper in Berlin 2014 war er musikalischer Leiter. 2015 wurde das Musical "Perfect-Town", zu dem er die Musik schrieb, in München uraufgeführt. Florian arbeitet unter anderem bei "fastfood Improtheater", "Volxgesang Das Mitsing-Konzert" und dem "Gospelchor St. Lukas". Seit 2017 ist er als Korrepetitor für die Bayerische Theaterakademie August-Everding tätig. Zudem hat er jeweils einen Lehrauftrag für "Schulpraktisches Klavierspiel" an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Hochschule für Musik und Theater München. 2018 feierte seine Solo-Show "Mein erstes Mal" in der Bar jeder Vernunft in Berlin Premiere. Seitdem er spielt er das Programm in Deutschland, Österreich und der Schweiz.





Lennart Schilgen

Lennart Schilgen überrascht.Da kommt einer mit Jungens-Charme auf die Bühne und legt los. Singt am Klavier und zur Gitarre, legt den Kopf schief und lässt die Welt ganz anders aussehen. Im Gepäck hat er — so sagt der über sich selbst — "Lieder & Schabernack" und zwar "seit 1806". Diese kleine Pointe verrät viel über seine Art, wie er in seinen Songs dem Publikum sanft, aber bestimmt seine schräge Weltsicht präsentiert. Ob er virtuos über die Katastrophen singt, die Marta in ihrem geplanten Auslandssemester ereilen können oder mit großer und perfekt berechneter Komik sich als Shouter in einer Heavy-Metall-Band zu erkennen gibt: Es ist das charmante Tänzeln am Abgrund, das einen für ihn einnimmt. Man geht mit Freude mit auf seine doppelten Böden, man jubelt innerlich über die vielen Einfälle und Reime, die diesem Sänger und Texter einfallen. Und man ist erstaunt, wie wenig Aufwand Lennart Schilgen braucht, um uns mitzunehmen in seinen "subtilen Wahnsinn zum Wohlfühlen."Wunderbar leichte, überraschend unaufwändige und höchst einfallsreichen Songs!




Martin Herrmann

Herrmann kommt am 18. November 1956 in Günzburg/Do. zur Welt, wird neun Jahre später während einer glücklichen Kindheit aus dem schwäbischen Krumbach ins badische Freiburg versetzt. Er startet sein Leben neu, als Künstler.
Im Abschlussstück der vierten Grundschulklasse an der Weiherhofschule Freiburg bekommt er eine Reserverolle als „Riese Wellewatz“. Drei Tage vor Aufführung erkrankt der Hauptdarsteller an Lampenfieber. Ersatzriese Herrmann kommt zum Einsatz. Obschon einer der Kleinsten im Ensemble, stürzt er sich mit Feuereifer in die Aufgabe, ein halber Riese, allerdings zum Ausgleich unterm Kittel mit diversen Kissen breiter gemacht. Bei der Schlußverbeugung erhält Herrmann stehende Ovationen, damit ihn das Publikum besser sehen kann. Zwischen 1968 – 72 gerät Herrmann in eine Pubertät, in deren Verlauf er die ersten Mountainbike-Rekorde im Rosskopfgebiet, sowie Zähringer Burg aufstellt. Die Narben sind heute noch vorhanden. Damals hiessen die Mountainbikes noch Mutti-Bikes, hatten 28-er Reifen, vorne eine Stempelbremse mit Reibwirkung auf den Mantel des Vorderrades, hinten Rücktrittbremse. Zur Eindämmung der Waldbrandgefahr wurde die glühende Hinterachse im Hochsommer auf natürliche Weise gelöscht. Der halbe Riese bleibt Lebensthema von Martin Herrmann. Als er anno 1975 in der Unterprima am Keplergymnasium versehentlich den halben Riesen turnt – das ist eine Riesenfelge im Ristgriff vorlings rückwärts, auf halbem Wege abgebrochen – ermuntert ihn sein Lehrer zum Sportstudium. An der Uni Freiburg erfindet Martin Herrmann den nach ihm benannten „Herrmann-Kreisel“: Salto rückwärts mit halber Drehung bei permanentem Bodenkontakt. Herrmann absolviert auch noch das zweite Staatsexamen und kann in Folge des sog. Pillenknicks als fertiger Assessor des Lehramts für Sport und Biologie das bürgerliche Über-Ich abhaken, um sich ab 1986 im Münchener Kleinkunstunterholz den wichtigen Dingen des Lebens zu widmen: Ragtime-Fingerpicking, lustige Lieder. Allerdings muss eine Festanstellung als Nebenlehrer in München-Pasing (4Std. Di.nachmittags) überwunden werden (1990-1996) – aus Gewissensgründen. 1992 erscheint Herrmanns neues Lebensthema: Tochter Sophia. Herrmann erobert als Wickler und Windler das Mutter-Kind-Abteil im IC. Zunächst stark auf den klassischen witzigen Song konzentriert, arbeitet sich Herrmann zum standup-Wortmann hin, bis er bei seiner heutigen Mischform angelangt ist. Diese Form wechselt zwischen gereimten und vertonten Texten im Genre satirisches Kabarett und versetzt Herrmann in die Lage, ein Publikum mit unaufwendigen Mitteln einen Abend lang sehr kurzweilig in Schach zu halten. Troubadour Herrmann lebt als freier Kabarettist in ganz Deutschland, Rastplatz: Heidelberg. Wegen dem Berg.
Als Redakteur der zweiten Generation „Pardon“ während 2004 – 2008 mit Chefredakteur Bernd Zeller Forschungen zur Struktur des Komischen an sich durchgeführt. Die Achse Zeller-Herrmann blieb erhalten und erzeugt permanent Eruptionen hochgradigen Humors.