Fränkischer Kabarettpreis

Arnstein

Fränkischer Kabarettpreis 2019

1. Vorrunde am Mittwoch, 27.03.2019

Moderation: Werner Hofmann

Einlass: 18:30 Uhr - Beginn: 19:30 Uhr

In dieser Kabarett-Runde treten folgende Künstler gegeneinander an:

Foto: Julia Müller

Bumillo

Bumillo ist dort daheim, wo die Postleitzahlen mit 8 beginnen.

Groß geworden ist er auf dem Land, studiert hat er in der Stadt, und das alles verarbeitet er seit 2007 wortgewaltig und mit vollem Körpereinsatz auf der Bühne. Seine Bandbreite reicht dabei von Lyrik bis Stand-up, von Rap bis Kabarett und von albern bis politisch.
Er ist Moderator und Gastgeber diverser Kleinkunst- und Musikshows und Gründungsmitglied der Münchner Lesebühne „Die Rationalversammlung“.
Seine Auftritte mit dem Trio „PauL – Poesie aus Leidenschaft“ wurden mit zahlreichen Kabarettpreisen ausgezeichnet.
Vom Herbst 2014 bis zum Sommer 2017 war Bumillo mit seinem ersten Soloprogramm »VEIT CLUB« in Bayern auf Tour.
Das dazugehörige Studioalbum erschien auf dem Chiemgauer Plattenlabel „International Behemia“.
Im Bayerischen Fernsehen führte er von April 2016 bis Juli 2017 wöchentlich durch die halbstündige Kunst- und Literatursendung »SÜDLICHT«.
Im Januar 2018 findet im Münchner Lustspielhaus die Premiere seines zweiten Soloprogramms „Die Rutsche rauf“ statt.


Foto: Marvin Ruppert

Sulaiman Masomi

Ca. einen Monat nachdem ich am 18.11.1979 in Kabul geboren wurde, marschierten die Russen in Afghanistan ein.             

Meine Eltern behaupten Zeit meines Lebens, dass da ein direkter Zusammenhang bestand. Vor allem wenn ich in meiner Jugend Scheiße gebaut hatte, wurde es bei mir zu Hause schon zur geflügelten Redewendung zu sagen: „Ja kein Wunder dass du wieder einen blauen Brief bekommst. Wegen dir sind ja auch die Russen einmarschiert.“ Ich denke nicht, dass diese wohl begründete Anschuldigung irgendwas bewirkt hat. Ich meine schaut mich mal an.             

Wie dem auch sei.             

Meine Familie floh ein Jahr nach meiner Geburt nach Deutschland. Genaugenommen nach Krefeld wo mein Vater fortan als Arzt arbeitete. Da ich in meiner Jugend nur am Wochenende Fernsehen schauen und Computer spielen durfte, las ich zum Zeitvertreib jedes Buch was ich zwischen meine Finger bekam. Also wirklich jedes.             

Ich las mit 12 Jahren Enid Blytons Abenteuer, dann Orwells 1984, danach Foundation von Asimov worauf ein Arztroman von Konsalik folgte usw.             

Die qualitative Fallhöhe zwischen den Werken fand ich irgendwie spannend. Ich beschäftigte mich auch gern mit schlechten Büchern wenn das Cover gut war. So hielt ich das auch immer mit den Frauen.Irgendwann mit 12 Jahren begann ich dann auch zu schreiben. Erst Kurzgeschichten und später als ich cool sein wollte auch Raptexte. Ich will mich jetzt nicht spoilern aber wirklich cool wurde ich nie.

Ich hab mich in meinem Leben noch nie irgendwo beworben. Nicht weil ich Angst vor Ablehnung habe, nein ich weiß, dass mich kein Arbeitgeber mit Verstand nehmen würde, sondern weil ich irgendwie nie dazu kam.             

 

Nach meinem Abi zog ich aus Krefeld in eine Stadt die weit über ihre Grenzen hinaus bekannt war für wilde Parties und einem ausschweifenden Lebensstil: Nach Paderborn.
Ich war dort um allg. Literaturwissenschaften zu studieren und gründete vor lauter Langeweile eine offene Lesebühne.
Irgendwann ging ich zu meinem ersten Poetry Slam, trug mich auf die offene Liste ein und gewann. Zum ersten Mal jubelten mir Menschen zu wenn ich was sagte und es wurde mir nicht wie sonst üblicherweise eine Tracht Prügel angedroht.             

Viele kamen zu mir nach meinen Auftritten zu mir und sagten oft so Dinge wie: „Diese Ironie in deinen Texten ist einfach nur saukomisch.“. Ich fragte dann immer ganz ernst: „Welche Ironie?“
Aber sie lachten dann immer nur und klopften mir augenzwinkernd auf die Schulter.             

Man kann wohl sagen, dass mein gesamter Erfolg auf der Bühne auf einem großen Missverständnis beruht. Alle denken ich meine es nicht so.
Aber was solls: Donald Trump ist so sogar Präsident geworden.             

Nachdem ich mein Studium abgeschlossen habe, wurde ich selbstständiger Künstler und bin es bis heute.


Foto: MONKEY7

Lars Sörensen

Lars Sörensen hat es tatsächlich geschafft: Vor zehn Jahren nahm der 162-Kilo-Mann ganze 70 Kilo ab - und das in gerade mal zehn Monaten!

Vollkommen ohne Amputation!

Viele würden sagen: „Stramme Leistung!“ Aber als viel größeren Erfolg empfindet der Nordfriese, dass er sein neues Gewicht seit so vielen Jahren hält. Gut, abgesehen von jahreszeitlichen Schwankungen. Sörensen nimmt zum Beispiel jedes Weihnachten drei Kilo zu: Eins am 24. Dezember, eins am 25. Dezember, eins am 26. Dezember. Diesen Feiertagsspeck ist er aber auch jedes Mal wieder losgeworden. Wer will schon auf Dauer eine Weihnachtskugel sein…

In seinem neuen Programm „SchlankER - Ein Mann macht sich dünne“ lässt der Kabarettist die letzten zehn Jahre noch einmal Revue  passieren. Und Sie erfahren einfach alles: Wie genau er abspeckte, wie er sich und – vor allen Dingen – was ihn dazu bewegte und zu guter Letzt wie er sich sinnvoll die Zeit vertrieb, die er früher vornehmlich mit Essen verbracht hatte.

Sörensen garniert das Ganze mit Anekdoten und Anekdötchen aus seinem neuen Leben, das nun schon eine Dekade währt und damals mit einem Gedanken begann: „Damit man mir nicht irgendwann die doppelte Staatsbürgerschaft anträgt, sollte ich mal schleunigst abnehmen.“