Fränkischer Kabarettpreis

Arnstein

Fränkischer Kabarettpreis 2019

Martin Herrmann ist der Gewinner des Fränkischen Kabarettpreises 2019.

Beim Finale am 19.10.2019 konnte er sich gegen seine Konkurrenten Inka Meyer und Bumillo durchsetzten.

Inka Meyer belegte den 2. Platz und Bumillo den 3. Platz.


Die Schecks für die Preisgelder wurden dieses Jahr vom Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Klaus Reder vom Bezirk Unterfranken überreicht.

Der erste Vorsitzende des Fördervereins Fränkischer Kabarettpreis e.V., Roland Metz, überreichte dann den "Fränkischen Schaffer" an den Sieger.


1. Vorrunde am Mittwoch, 27.03.2019

Bumillo

Bumillo ist dort daheim, wo die Postleitzahlen mit 8 beginnen.

Foto: Julia Müller

Groß geworden ist er auf dem Land, studiert hat er in der Stadt, und das alles verarbeitet er seit 2007 wortgewaltig und mit vollem Körpereinsatz auf der Bühne. Seine Bandbreite reicht dabei von Lyrik bis Stand-up, von Rap bis Kabarett und von albern bis politisch.
Er ist Moderator und Gastgeber diverser Kleinkunst- und Musikshows und Gründungsmitglied der Münchner Lesebühne „Die Rationalversammlung“.
Seine Auftritte mit dem Trio „PauL – Poesie aus Leidenschaft“ wurden mit zahlreichen Kabarettpreisen ausgezeichnet.
Vom Herbst 2014 bis zum Sommer 2017 war Bumillo mit seinem ersten Soloprogramm »VEIT CLUB« in Bayern auf Tour.
Das dazugehörige Studioalbum erschien auf dem Chiemgauer Plattenlabel „International Behemia“.
Im Bayerischen Fernsehen führte er von April 2016 bis Juli 2017 wöchentlich durch die halbstündige Kunst- und Literatursendung »SÜDLICHT«.
Im Januar 2018 findet im Münchner Lustspielhaus die Premiere seines zweiten Soloprogramms „Die Rutsche rauf“ statt.


Sulaiman Masomi

Foto: Marvin Ruppert

Ca. einen Monat nachdem ich am 18.11.1979 in Kabul geboren wurde, marschierten die Russen in Afghanistan ein.             

Meine Eltern behaupten Zeit meines Lebens, dass da ein direkter Zusammenhang bestand. Vor allem wenn ich in meiner Jugend Scheiße gebaut hatte, wurde es bei mir zu Hause schon zur geflügelten Redewendung zu sagen: „Ja kein Wunder dass du wieder einen blauen Brief bekommst. Wegen dir sind ja auch die Russen einmarschiert.“ Ich denke nicht, dass diese wohl begründete Anschuldigung irgendwas bewirkt hat. Ich meine schaut mich mal an.             

Wie dem auch sei.             

Meine Familie floh ein Jahr nach meiner Geburt nach Deutschland. Genaugenommen nach Krefeld wo mein Vater fortan als Arzt arbeitete. Da ich in meiner Jugend nur am Wochenende Fernsehen schauen und Computer spielen durfte, las ich zum Zeitvertreib jedes Buch was ich zwischen meine Finger bekam. Also wirklich jedes.             

Ich las mit 12 Jahren Enid Blytons Abenteuer, dann Orwells 1984, danach Foundation von Asimov worauf ein Arztroman von Konsalik folgte usw.             

Die qualitative Fallhöhe zwischen den Werken fand ich irgendwie spannend. Ich beschäftigte mich auch gern mit schlechten Büchern wenn das Cover gut war. So hielt ich das auch immer mit den Frauen.Irgendwann mit 12 Jahren begann ich dann auch zu schreiben. Erst Kurzgeschichten und später als ich cool sein wollte auch Raptexte. Ich will mich jetzt nicht spoilern aber wirklich cool wurde ich nie.

Ich hab mich in meinem Leben noch nie irgendwo beworben. Nicht weil ich Angst vor Ablehnung habe, nein ich weiß, dass mich kein Arbeitgeber mit Verstand nehmen würde, sondern weil ich irgendwie nie dazu kam.             

Nach meinem Abi zog ich aus Krefeld in eine Stadt die weit über ihre Grenzen hinaus bekannt war für wilde Parties und einem ausschweifenden Lebensstil: Nach Paderborn.
Ich war dort um allg. Literaturwissenschaften zu studieren und gründete vor lauter Langeweile eine offene Lesebühne.
Irgendwann ging ich zu meinem ersten Poetry Slam, trug mich auf die offene Liste ein und gewann. Zum ersten Mal jubelten mir Menschen zu wenn ich was sagte und es wurde mir nicht wie sonst üblicherweise eine Tracht Prügel angedroht.             

Viele kamen zu mir nach meinen Auftritten zu mir und sagten oft so Dinge wie: „Diese Ironie in deinen Texten ist einfach nur saukomisch.“. Ich fragte dann immer ganz ernst: „Welche Ironie?“
Aber sie lachten dann immer nur und klopften mir augenzwinkernd auf die Schulter.             

Man kann wohl sagen, dass mein gesamter Erfolg auf der Bühne auf einem großen Missverständnis beruht. Alle denken ich meine es nicht so.
Aber was solls: Donald Trump ist so sogar Präsident geworden.             

Nachdem ich mein Studium abgeschlossen habe, wurde ich selbstständiger Künstler und bin es bis heute.


Lars Sörensen

Foto: MONKEY7

Lars Sörensen hat es tatsächlich geschafft: Vor zehn Jahren nahm der 162-Kilo-Mann ganze 70 Kilo ab - und das in gerade mal zehn Monaten!

Vollkommen ohne Amputation!

Viele würden sagen: „Stramme Leistung!“ Aber als viel größeren Erfolg empfindet der Nordfriese, dass er sein neues Gewicht seit so vielen Jahren hält. Gut, abgesehen von jahreszeitlichen Schwankungen. Sörensen nimmt zum Beispiel jedes Weihnachten drei Kilo zu: Eins am 24. Dezember, eins am 25. Dezember, eins am 26. Dezember. Diesen Feiertagsspeck ist er aber auch jedes Mal wieder losgeworden. Wer will schon auf Dauer eine Weihnachtskugel sein…

In seinem neuen Programm „SchlankER - Ein Mann macht sich dünne“ lässt der Kabarettist die letzten zehn Jahre noch einmal Revue  passieren. Und Sie erfahren einfach alles: Wie genau er abspeckte, wie er sich und – vor allen Dingen – was ihn dazu bewegte und zu guter Letzt wie er sich sinnvoll die Zeit vertrieb, die er früher vornehmlich mit Essen verbracht hatte.

Sörensen garniert das Ganze mit Anekdoten und Anekdötchen aus seinem neuen Leben, das nun schon eine Dekade währt und damals mit einem Gedanken begann: „Damit man mir nicht irgendwann die doppelte Staatsbürgerschaft anträgt, sollte ich mal schleunigst abnehmen.“


2. Vorrunde am Mittwoch, 15.05.2019

Zeha Schmidtke

„Hinreißend, von vitalem Wahn erleuchtet.“ – „Träume von den möglichen Freuden dieser Welt.“ – „Sprengt die Grenzen des gewohnten
Kabaretts, und das äußerst unterhaltsam.“
All das schrieb man bereits über Zeha Schmidtke.
Er selbst hat keine Ahnung und wundert sich bloß.
Dass wir meinen, recht helle zu sein, nur weil da neuerdings die trübe Funzel unseres Displays die Finsternis erhellt.
Als wären der Mensch und seine Taten bei Licht besehen konstant. Die fickrigen Karnickel auf Youporn kommen immer. Der Großflughafen Berlin kommt nie. Das sind alles wir. It is all human.
Allein beim Lesen dieses Textes sterben in Dir alte Zellen ab und bilden sich neue. So auch Hoffnungen, Meinungen, Stimmungen.
Wenn dann noch wer dazukommt, ist erst recht was los. Einer reibt sich am anderen. Der andere reibt zurück. Und Jeder und Jede ist so frei, nach eigenem Gusto mitzutun.
Nur – frei von was? Freiheit ist ja Möglichkeit, kein Inhalt. Wenn einer also frei und doof ist, wird er seine Freiheit womöglich doofestmöglich nutzen:
Damit, die der anderen zu begrenzen. Weil: Wir sind ja eigentlich ganz vernünftig. Die Welt und wir, da ginge was. Wenn nur der andere nicht wär, vermaledeit. Der kann doch gar nicht damit umgehen, wenn man ihm die Wahl lässt.
Denn der Andere, diese Arschgeige, die Bad Bank menschlicher Charakterzüge, das ist man niemals selbst. Sonst hieß er ja der Selbe.
So pfeifen es die Pfeifen von den Dächern, krakeelen es die Übelkrähen von ihren Bühnen, steht es geschrieben in der Doofipedia der Welt.
Kann man nur hoffen und, so weit es irgend geht, vorsorgen, dass die freien doofen Radikalen nie die Übermacht ergreifen.
Denn es hat entweder ähnliche Chancen für uns alle ohne andere. Oder es herrscht auf Dauer eine Scheißwut in der Welt. Und zurecht, Amen und Prost, der Letzte macht das Licht aus.
So spricht Zeha Schmidtke, Kunstzwerk unter Kleinkunzen, friedvoller Universaldiot inmitten all der dekorativen Pfiffigkeit. Er meint es ernst, muss dabei aber immer lachen.


Inka MeyerFoto: Birgit Hart

Inka Meyer

Ein hochkomisches Plädoyer gegen den Wahnsinn der Schönheitsindustrie und für eine entspannte Weiblichkeit

Die Botschaft der Mode- und Kosmetikbranche ist klar: „Frauen, ihr lauft aus, werdet alt, seid zu fett und habt zu viele Haare.“ Um diesem Makel zu entgehen, klatschen sich schon Grundschülerinnen so viel Wimperntusche ins Gesicht, dass sie an der Schulbank sitzend vornüberkippen. Und der achtzigjährige Senior führt seine kanariengelbe Hippie-Jeans spazieren, dass man sich fragt: „Hat der Mann einen Schlag oder einen Anfall?“ Ist doch wahr. Vieles, was wir tragen, ist untragbar, erschreckt nur die Katze und regt die Nierenfunktion des Hundes an.

Das alles wird von den Modekonzernen gestickt eingefädelt, damit sich ihre Gucci-Taschen mit unserer Kohle füllen. Die Chemie in den Schuhen macht uns krank, durch die Ananas-Diät sind wir ungenießbar. Aber mit dem Weizengras-Smoothie in der Hand hetzen wir weiter jedem Beauty-Trend hinterher. Und am Ende sind wir schön. Schön blöd. Doch wenn wir an die neunjährige Näherin in Bangladesch denken, dann sollten wir eigentlich gar nicht mehr in den Spiegel schauen.

„Der Teufel trägt Parka“ – das neue Kabarettprogramm von Inka Meyer: witzig, relevant und brillant recherchiert. Und dieses satirische Schmuckstück begeistert natürlich auch die Herren der Schöpfung. Denn für die Männer gilt genauso: „Schlägt der Arsch auch Falten, wir bleiben stets die Alten.“ Außerdem wird hier endlich Adams uralte Frage geklärt: „Was treibt diese Frau eigentlich so lange im Bad?“

Schwarzwälder Bote: »Es war nicht nur die interessante Thematik, sondern auch die witzige, oft freche und rhetorisch geschliffene Sprache sowie ihr überzeugendes, schauspielerisch-komödiantisches Können, das die Besucher restlos begeisterte und immer wieder auf offener Szene applaudieren ließ.«

Süddeutsche Zeitung:
»Meyers Humor könnte demokratischer nicht sein: Er nimmt beide Geschlechter gleichermaßen aufs Korn und erzeugt dadurch eine Dynamik im Publikum, die sich durch den Abend zieht. Mal lacht die eine Hälfte mehr, mal die andere.«

Barmstedter Zeitung:
»Deftig und süffisant, dabei authentisch zu sein, sowie Tatsachen auszusprechen, ohne den Zeigefinder zu erheben – das gelang Meyer bestens.«

Hamburger Abendblatt:
»Die Atmosphäre in der Kulturschusterei ähnelte einem höchstvergnüglichen Mädelsabend mit Wein und Witz.«

Die Rheinpfalz:
»Inka Meyer findet spielerisch eine Balance zwischen Situationskomik, amüsanter Selbstreflexion und Gesellschaftskritik. Werbeversprechen in Hochglanzbroschüren entlarvt sie genauso wie modische Erwartungshaltungen.«


Tom Ehrlich

Nach zwanzig erlebnisreichen Jahren als Ingenieur und IT-Spezialist in der deutschen Industrie beschloss Tom 2011 zum Kabarett zu wechseln.

Sein zweites Soloprogramm trägt den Titel:
Uns geht's doch gut, oder ? Natürlich geht's den Deutschen gut - aber nicht allen ! Die Reichen werden immer reicher, der Sparer bekommt keine Zinsen mehr und vielen droht die Altersarmut. Dazu gibt es eine Sendung mit der Maus zum Thema Altersvorsorge, ein NSA-Agent erklärt, wie man sich richtig verhält und Siggi von der AfD erzählt, wie er überraschend Abgeordneter wurde. Sie erfahren, warum es in Schweizer Städten keine Raser gibt, was ein Investor zur Paarungszeit macht und wie Mario Draghi die Sparer rasiert.

Auch die Tagespolitik kommt nicht zu kurz, ständig wechselnd mit den jeweils aktuellen Themen. Immer lustig, bissig und auf den Punkt gebracht. Außerdem Musik, selbstgetextet und von Otto Reutter.

Das ist abwechslungsreich und lustig, erfrischend anders, und es regt zum Nachdenken an.


Der Sonderpreis des Fördervereins Fränkischer Kabarettpreis e.V.

geht dieses Jahr an den bayerischen Kabarettisten Wolfgang Krebs.

Er wurde unter anderem bekannt durch die Parodien der letzten bayerischen Ministerpräsidenten wie Edmund Stoiber, Horst Seehofer und jetzt Markus Söder in dem Satiremagazin „QUER“ des Bayerischen Rundfunks mit Christoph Süß.

Die Laudatio hält der Moderator und Fränkische Kabarettist Otti Schmelzer.




















3. Vorrunde am Mittwoch, 18.09.2019


Florian Wagner

Florian Wagner studierte an der Hochschule für Musik und Theater München Schulmusik und Gehörbildung. Er ist als Pianist, Sänger, Arrangeur, Komponist und Musikkabarettist tätig. 2015 war er Pianist der Tour-Version der Stage-Produktion von "Ich war noch niemals in New York", sowie 2016 von "Tanz der Vampire". Bei der Uraufführung des Musicals "Sarg niemals nie" in der Neuköllner Oper in Berlin 2014 war er musikalischer Leiter. 2015 wurde das Musical "Perfect-Town", zu dem er die Musik schrieb, in München uraufgeführt. Florian arbeitet unter anderem bei "fastfood Improtheater", "Volxgesang Das Mitsing-Konzert" und dem "Gospelchor St. Lukas". Seit 2017 ist er als Korrepetitor für die Bayerische Theaterakademie August-Everding tätig. Zudem hat er jeweils einen Lehrauftrag für "Schulpraktisches Klavierspiel" an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Hochschule für Musik und Theater München. 2018 feierte seine Solo-Show "Mein erstes Mal" in der Bar jeder Vernunft in Berlin Premiere. Seitdem er spielt er das Programm in Deutschland, Österreich und der Schweiz.




Lennart Schilgen

Lennart Schilgen überrascht.Da kommt einer mit Jungens-Charme auf die Bühne und legt los. Singt am Klavier und zur Gitarre, legt den Kopf schief und lässt die Welt ganz anders aussehen. Im Gepäck hat er — so sagt der über sich selbst — "Lieder & Schabernack" und zwar "seit 1806". Diese kleine Pointe verrät viel über seine Art, wie er in seinen Songs dem Publikum sanft, aber bestimmt seine schräge Weltsicht präsentiert. Ob er virtuos über die Katastrophen singt, die Marta in ihrem geplanten Auslandssemester ereilen können oder mit großer und perfekt berechneter Komik sich als Shouter in einer Heavy-Metall-Band zu erkennen gibt: Es ist das charmante Tänzeln am Abgrund, das einen für ihn einnimmt. Man geht mit Freude mit auf seine doppelten Böden, man jubelt innerlich über die vielen Einfälle und Reime, die diesem Sänger und Texter einfallen. Und man ist erstaunt, wie wenig Aufwand Lennart Schilgen braucht, um uns mitzunehmen in seinen "subtilen Wahnsinn zum Wohlfühlen."Wunderbar leichte, überraschend unaufwändige und höchst einfallsreichen Songs!




Martin Herrmann

Herrmann kommt am 18. November 1956 in Günzburg/Do. zur Welt, wird neun Jahre später während einer glücklichen Kindheit aus dem schwäbischen Krumbach ins badische Freiburg versetzt. Er startet sein Leben neu, als Künstler.
Im Abschlussstück der vierten Grundschulklasse an der Weiherhofschule Freiburg bekommt er eine Reserverolle als „Riese Wellewatz“. Drei Tage vor Aufführung erkrankt der Hauptdarsteller an Lampenfieber. Ersatzriese Herrmann kommt zum Einsatz. Obschon einer der Kleinsten im Ensemble, stürzt er sich mit Feuereifer in die Aufgabe, ein halber Riese, allerdings zum Ausgleich unterm Kittel mit diversen Kissen breiter gemacht. Bei der Schlußverbeugung erhält Herrmann stehende Ovationen, damit ihn das Publikum besser sehen kann. Zwischen 1968 – 72 gerät Herrmann in eine Pubertät, in deren Verlauf er die ersten Mountainbike-Rekorde im Rosskopfgebiet, sowie Zähringer Burg aufstellt. Die Narben sind heute noch vorhanden. Damals hiessen die Mountainbikes noch Mutti-Bikes, hatten 28-er Reifen, vorne eine Stempelbremse mit Reibwirkung auf den Mantel des Vorderrades, hinten Rücktrittbremse. Zur Eindämmung der Waldbrandgefahr wurde die glühende Hinterachse im Hochsommer auf natürliche Weise gelöscht. Der halbe Riese bleibt Lebensthema von Martin Herrmann. Als er anno 1975 in der Unterprima am Keplergymnasium versehentlich den halben Riesen turnt – das ist eine Riesenfelge im Ristgriff vorlings rückwärts, auf halbem Wege abgebrochen – ermuntert ihn sein Lehrer zum Sportstudium. An der Uni Freiburg erfindet Martin Herrmann den nach ihm benannten „Herrmann-Kreisel“: Salto rückwärts mit halber Drehung bei permanentem Bodenkontakt. Herrmann absolviert auch noch das zweite Staatsexamen und kann in Folge des sog. Pillenknicks als fertiger Assessor des Lehramts für Sport und Biologie das bürgerliche Über-Ich abhaken, um sich ab 1986 im Münchener Kleinkunstunterholz den wichtigen Dingen des Lebens zu widmen: Ragtime-Fingerpicking, lustige Lieder. Allerdings muss eine Festanstellung als Nebenlehrer in München-Pasing (4Std. Di.nachmittags) überwunden werden (1990-1996) – aus Gewissensgründen. 1992 erscheint Herrmanns neues Lebensthema: Tochter Sophia. Herrmann erobert als Wickler und Windler das Mutter-Kind-Abteil im IC. Zunächst stark auf den klassischen witzigen Song konzentriert, arbeitet sich Herrmann zum standup-Wortmann hin, bis er bei seiner heutigen Mischform angelangt ist. Diese Form wechselt zwischen gereimten und vertonten Texten im Genre satirisches Kabarett und versetzt Herrmann in die Lage, ein Publikum mit unaufwendigen Mitteln einen Abend lang sehr kurzweilig in Schach zu halten. Troubadour Herrmann lebt als freier Kabarettist in ganz Deutschland, Rastplatz: Heidelberg. Wegen dem Berg.
Als Redakteur der zweiten Generation „Pardon“ während 2004 – 2008 mit Chefredakteur Bernd Zeller Forschungen zur Struktur des Komischen an sich durchgeführt. Die Achse Zeller-Herrmann blieb erhalten und erzeugt permanent Eruptionen hochgradigen Humors.