Der Fränkische Kabarettpreis

 

wurde vom "Förderverein Fränkischer Kabarettpreis" ins Leben gerufen und wurde erstmals 2007 verliehen und findet jährlich an vier Abenden in der Stadthalle Arnstein statt.

 

Schirmherrin im Jahr 2017 ist wieder Frau Monika Wagner-Repiscus

vom Bockshorn im Kulturspeicher - Würzburg.

 

 

 

1. Vorrunde 2017

 

Verleihung des Sonderpreises des Fränkischen Kabarettpreises
am Mittwoch, 15.03.2017 - 19:30 Uhr

 

Moderation: Fredi Breuig

 

In dieser Kabarett-Runde treten folgende Künstler gegeneinander an:

 

 

Martin Valenske und Henning Ruwe

Valenske und Ruwe
 

 

2015 ist das Jahr der Themen und Flüchtlinge – noch nie lagen so viele von beiden auf der Straße. Allerbeste Voraussetzungen also für einen lustigen Abend voller subtilem Humor und ausgelassener Heiterkeit, wie Martin Valenske und Henning Ruwe in ihrem Debütprogramm „Bei Mutti schmeckt’s am besten“ beweisen. Die zwei trostpreisge-krönten Kabarettisten bringen mit ihrer abwechslungsreichen Mischung aus klassischem Kabarett und modernem Stand-Up komplexe Themen pointiert und selbstironisch auf die Bühne. Die Grenzen des guten Geschmacks verstehen sie eher als unverbindliche Empfehlung: Hilft das Freihandelsabkommen TTIP auch gegen Probleme im Bett? Eine für CDU-Wähler nicht unwichtige Frage. Wollen US-Amerikaner wirklich deutsche Antibiotikahühnchen essen? Oder lieber über dem Irak abwerfen? Wird Griechenland nach dem Grexit endlich an China verkauft? Dann müssen sie es nicht nachbauen. Und was passiert, wenn sich buddhistische Näherinnen aus Bangladesch totgearbeitet haben? Werden die dann gleich als Hemd wiedergeboren, um Materialkosten zu sparen?

 

 

 

Michael Feindler

Michael Feindler

 

Michael Feindler, geboren in Münster, hatte ursprünglich vor, seine Kindheit und Jugend in einer sonnigen Weltstadt zu verbringen. Mit seiner Familie zog er jedoch schon früh nach Wuppertal, lernte dort lesen und schreiben, und brachte in den darauf folgenden Jahren regelmäßig Ideen zu Papier.
2004 gehörte Michael Feindler zu den Gründungsmitgliedern des Kabaretts „Notbremse“, mit dem er in den Folgejahren fünf Programme schrieb und aufführte. Wenige Jahre später entdeckte er die Poetry-Slam-Szene für sich und war von 2007 bis 2010 jährlich für die deutschsprachigen Meisterschaften des modernen Dichterwettstreits nominiert.
Inzwischen lebt Michael Feindler in Berlin und studiert Politikwissenschaften und Publizistik an der „Freien“ Universität. Da er dabei hin und wieder den Praxisbezug vermisste, kamen ihm die Studentenproteste und Hörsaalbesetzungen im November 2009 gerade recht. In diesem Rahmen konnte er auch seinen ersten Fernsehauftritt bei Phoenix verzeichnen.
Für seine beiden ersten Soloprogramme „Allein unter Menschen“ und „Dumm nickt gut“ erhielt er diverse Preise, unter anderem das „Fohlen von Niedersachsen“ (2010) und die „Oltner Sprungfeder“ (2013). Ende März 2009 erschien Michael Feindlers erster Gedichtband unter dem Titel „Rufe aus dem Publikum“, im April 2013 folgte das Buch zum Kabarettprogramm „Dumm nickt gut“. Seit 2010 gehört der Autor der Celler Schule an.
Von Herbst 2010 bis Sommer 2014 präsentierte er mit Philipp Schaller, Erik Lehmann und der Band Les Bummms Boys einmal im Quartal die stets aktuell gehaltene Late-Night-Show Spätzünder im Dresdner Kabarett-Theater Herkuleskeule. Daran schloss sich Anfang 2015 das Liederalbum „Aus dem Gästebuch der Gegenwart“ an – eine Gemeinschaftsproduktion von Michael Feindler und Les Bummms Boys.

 

 

 

 

Kai Spitzl

Kai Spitzl
 

 

SYSTEMFEHLER GLOBALISIERUNG - Die Welt gerät immer weiter aus den Fugen – alte Gesetzmäßigkeiten und Werte scheinen nicht mehr zu greifen! Alle warten auf Rettung! Jesus würde in Frage kommen, liegt aber mit posttraumatischen Belastungsstörungen flach. Klimawandel, Rechtschreibreform, Horst Seehofer - die letzten Jahre waren auch für ihn kein Zuckerschlecken. Also macht Spitzl sich an die Arbeit, räumt auf, analysiert und eliminiert einen Systemfehler nach dem anderen, stürzt sich in die tiefsten Abgründe der Gesellschaft und durchschreitet zusammen mit Reinhold Messner als erster Mensch geistiges Niemandsland – vollkommen ohne Sauerstoff entdeckt er dabei etwas Wunderbares: DAS NIVEAU! Zynismus im Endstadium, Ironie, Poesie und die Flucht ins Absurde sind dabei oft die letzten Rettungskarabiner vor dem Sturz in die Tiefe. Spitzl will den Job hinter sich bringen! Warum? Weil er ein klares Ziel hat - um 17 Uhr Feierabend machen. Alles läuft nach Plan, die Erde dreht sich wieder! Fast...!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonderpreis des Fränkischen Kabarettpreises 2017

 

Der Sonderpreis des Fränkischen Kabarettpreises 2017 geht an

Christian Springer
Foto: Katharina_Ziedek

Christian Springer


Witz und Hirn. Das ist für den Münchner Kabarettisten Christian Springer kein Spagat, schon gar kein Gegensatz. Er redet sich auf der Bühne gern und schnell in Rage über das oben ohne, wo zu viele sitzen, die Hirn und Respekt gegen Raffgier und Arroganz eingetauscht haben.
Das aktuelle Programm ist eine klare Ansage an die da oben, fabelhaft verknüpft mit herrlicher Blödelei.

Aber Christian Springer reicht es nicht, über den Zynismus der Politik nur kleinere Witzchen zu reißen. Er ist ein Kabarettist aus Leidenschaft und redet Klartext, ohne abgedroschen zu wirken.
2013 hat er die blaue Uniform des Kassenmanns „Fonsi“ abgelegt, die Mütze
abgesetzt. Christian Springer gibt es nur noch pur!

Er ist ein echter Aufrechter, davon gibt es bloß noch wenige. Dem geht’s um was. Seit 2013 führt er durch den BR-„Schlachthof“ und ist im wahren Leben bekannt als Leiter von Orienthelfer e.V., einer Hilfsorganisation, die sich um syrische Flüchtlinge kümmert. Er ist regelmäßig im Nahen Osten und kümmert sich um die, die von niemandem Hilfe erhalten.
Gaudi und Wut, gewürzt mit Nachdenklichkeit. Das kann der Springer!
Unter den Kabarettisten ist er zweifellos die lebende Herzattacke.

 

 

Die Laudatio hält Bernd Händel.

 

 

 

 

GMS